Stromversorgung

Klimaschutz und Energie-Plus durch Photovoltaik

Durch Sonnenenergieversorgung in Verbindung mit fortschrittlicher Luft-Wärme-Technologie wird das Strohhaus zum Plus-Energie-Haus.

Das lasttragende Strohhaus ist grundsätzlich als Passivhaus angelegt (siehe auch Wärme & Luft). Zur Wärmeerzeugung beim Betrieb von Spül- und Waschmaschinen kann auf eine elektrische Warmwasserbereitung verzichtet werden: Das Warmwasser wird dem Heizungskreislauf entnommen und wieder zugeführt.

Zudem wird die von elektrischen Haushaltsgeräten abgestrahlte Energie zum Beheizen des Hauses genutzt.

Natürlich kommen in einem Strohbau darüber hinaus individuelle Möglichkeiten der Stromnutzung und –einsparung in Frage. Beispielsweise ist auch in solch einem Haus der Einsatz eines Gasherds problemlos möglich. Bei Ausnutzung aller Energiesparpotenziale lässt sich gar ein Energie-Plus erzeugen.

Sonnenenergie lohnt sich

Darüber hinaus aber sollten sich Interessenten den Einsatz einer Photovoltaik-Anlage überlegen. Diese Form der Stromerzeugung ergänzt die nachhaltige und klimaschützende Strohbauweise perfekt. In Verbindung mit der Passivhaus-Technik kann so eine weitgehende Unabhängigkeit von Energieanbietern erreicht werden. Da der Strohhausbau generell deutlich günstiger ist als die herkömmliche Bauweise, wird der Einsatz von Solartechnik auch finanziell reizvoller.

Technologie und Wirkungsgrad von Photovoltaikanlagen verbessern sich laufend. Solarenergie kann heute bei optimalen Rahmenbedingungen (Standort, Ausrichtung) auch in Deutschland den Energiebedarf eines Einfamilienhauses decken und sogar Überschuss produzieren. Dafür reicht bereits eine Solarmodul-Fläche von 40 Quadratmetern aus.

Die Stromgewinnung aus Sonnenlicht wird hierzulande durch verschiedene Klimaschutzprogramme gefördert. So bietet etwa die Kreditanstalt für Wiederaufbau günstige Darlehen für die Installation einer Photovoltaik-Anlage. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantiert für überschüssige und ins Stromnetz eingespeiste Solarenergie bis zu 57 Cent pro Kilowattstunde.

Ideal lässt sich Photovoltaik mit Solarthermie, also der aktiven Warmwasserbereitung durch Sonnenenergie, kombinieren. Das Sonnenlicht wird dann gleich dreifach genutzt: zur Regelung des Raumklimas, zur Stromgewinnung und für warmes Wasser. Auch für die Solarthermie gibt es in Deutschland ein Anreizförderungsprogramm.

Worauf ist bei der Installation zu achten?

Elektroinstallationen im Strohhaus sollten sorgfältig geplant werden. Stromleitungen können sowohl „auf Putz“, als auch in die Strohballenwand verlegt werden. Die Installation auf eigens dafür vorgesehenen Montageleisten aus Holz ist sicherlich Geschmackssache, sie erleichtert aber Reparaturen und spätere Umbauten.

Ein Einbau der Stromleitungen in die Strohballenwand ist ebenso möglich. Halogenfreie Stromkabel in MS (mittelschweren) Kunststoff-Panzerrohren sind schwer entflammbar und erhöhen dadurch die Sicherheit. Die Steckdosen werden an Holzkeile angeschraubt, die in die Strohballenwände getrieben werden.

Beim Betrieb einer Photovoltaikanlage sind zusätzliche Installationen notwendig. Der erzeugte Gleichstrom wird zunächst durch einen Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt. Hinzu kommen eine Schutzeinrichtung zur automatischen Abschaltung bei Störungen im Stromnetz sowie ein Zähler zur Messung der eingespeisten Strommenge. Diese Anlagen werden meist unter dem Dach auf stabilem Untergrund angebracht.




Lehm

Solarzellen auf dem Dach

 

 

 

 

 

 

 

Solarstrom: Schema

Prinzip der Photovoltaik:
Die aus der Sonne gewonnene Energie
wird in Gleichstrom umgewandelt und
ins Stromnetz eingespeist. Die Differenz
zwischen eingespeister und bezogener
Energie wird vom Netzbetreiber vergütet