Interview:

Die Natur aktiv leben-Wohnerlebnis im Strohhaus Trier

Karin Konz und ihre Familie wohnen seit April 2007 im Strohhaus Trier zur Miete. Im Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen.

Was hat Sie dazu bewogen, in das Haus einzuziehen?

Zu der Zeit als das Bauprojekt begann, wohnte ich in der Nähe der Baustelle. So konnte ich von Anfang an miterleben, wie das Strohhaus entstanden ist. Nach einer Weile begann ich mich selbst am Bau zu beteiligen. Das erstaunliche war für mich, dass in der gesamten Bauzeit kein Müll auf der Baustelle angefallen ist. Alle übrig gebliebenen Materialien wurden im Garten kompostiert. Außerdem fand ich es wirklich bemerkenswert, wie schnell das Haus aufgebaut wurde.

Welche Heiztechnik nutzen Sie?

Im Haus ist keine Heizung eingebaut, weil Stroh eine sehr hohe Dämmfähigkeit besitzt. Und somit die Wärme, die durch äußere Einflüsse und durch die Bewohnung des Hauses entsteht, speichert. Im Winter, wenn es sehr kalt ist, nutzen wir gelegentlich eine kleine Elektro-Heizung. Zur Sommerzeit hingegen ist es an sehr heißen Tagen etwas zu warm, da die Beschattung der Fenster im Strohhaus Trier nicht optimal gelöst ist. Die neu entwickelte Versorgungstechnik macht es ohne weiteres möglich, dieses Problem zu lösen.

Ist der Energieverbrauch ganzjährig konstant?

Ja, der Energieverbrauch ist über das Jahr gleich verteilt. Eben weil die Isolation durch Stroh im Verbund mit Lehm so hoch ist, kann die Wärme maximal vom Strohhaus selbstständig gespeichert werden.

Ist das Leben in einem Strohhaus preiswerter?

Das kann ich mit Sicherheit behaupten. Die Verbrauchskosten sind gegenüber der herkömmlichen Bauweise so gering, dass es sich im Geldbeutel auf jeden Fall bemerkbar macht. Man kann einen Unterschied feststellen zwischen dem Hauptgebäude, das in lasttragender Strohhaustechnik gebaut ist, und dem Anbau. Er entstand in üblicher Ständerbauweise, das Raumklima ist hier viel kälter, wodurch wir hier mehr Heizenergie verbrauchen müssen. Das Strohhaus benötigt mit Sicherheit viel weniger Energie.

Welche Vor- und Nachteile sehen Sie in Bezug auf Lebens- und Wohnkomfort?

Dadurch, dass die Wände mit Lehm verputzt sind, ist der Feuchtigkeitshaushalt im Strohhaus perfekt. Diesen Effekt haben wir vor allem im Bad bemerkt. Und meinen ursprünglichen Bedenken, das sich Lehmputz im Bad nicht eignet, haben sich in der Praxis nicht bewahrheitet. Wenn wir beispielsweise geduscht haben, sammelte sich fast kein Kondenswasser auf den Fliesen im Badezimmer, die auf den Lehmputz angebracht sind.

War für Sie die ökologische Wohnweise schon immer ein Thema oder erst seit dem Einzug in dem Strohhaus?

Ich habe schon immer die ökologische, naturbewusste Lebensart gelebt. Durch das Wohnen im Strohhaus habe ich den Eindruck, dass ich mit und in der Natur lebe.

Was fasziniert Sie an dem Haus am meisten?

Die niedrigen Energiekosten sind ein Punkt. Das Faszinierende ist die Atmosphäre im Strohhaus: Es gibt ein warmes Gefühl ab, das sich mit den wohligen Naturdüften verbindet und in die Seele fließt - integriert in die Natur.

Können Sie sich vorstellen, ein eigenes Strohhaus zu bauen?

Ja, das kann ich mir sehr gut vorstellen. Die Überlegung steht aktuell an, da wir Nachwuchs erwarten und uns ein Eigenheim schaffen wollen. Die hier gemachten Wohnerfahrungen sind prägend für uns; einmal Strohhaus - immer Strohhaus.

Vielleicht gibt es von Ihrer Seite noch Besonderheiten zum Leben im Strohhaus zu berichten?

Unser Verhältnis zur Natur hat sich durch das Leben im Strohhaus verändert. Wir haben festgestellt, dass die Natur ein Element ist, das man aktiv erleben und leben kann, wenn man es einmal entdeckt hat. Es ist wirklich ein besonderer Ort zum leben.




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Wilkommen im Strohhaus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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Ökologisches Klima


 

 

 

 

 

 

 

 

 


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